Reisen Sie gemeinsam mit Familie oder Freunden in die USA? Jede Person benötigt ein eigenes, individuelles ESTA – auch Kinder und Kleinkinder. Wir erklären, was Sie bei der Beantragung für mehrere Personen beachten sollten.
Jede Person braucht einen eigenen Antrag
Anders als bei manchen anderen Reisedokumenten gibt es beim ESTA keinen Sammelantrag für die ganze Familie. Jedes Familienmitglied – unabhängig vom Alter – benötigt eine eigene, individuelle Genehmigung, die mit dem jeweiligen Reisepass verknüpft ist.
ESTA für Kinder und Babys
Auch Säuglinge und Kleinkinder mit eigenem Reisepass benötigen ein ESTA. Die Angaben macht in diesem Fall ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter stellvertretend im Formular.
Mehrere Anträge gleichzeitig stellen
Bei estavisum.online können Sie mehrere Anträge nacheinander stellen und dabei jeweils die individuellen Reisepass- und Personendaten hinterlegen. Wir empfehlen, für jede Person ausreichend Zeit für die sorgfältige Eingabe einzuplanen, um Fehler zu vermeiden – siehe auch unseren Ratgeber zu den häufigsten Fehlern.
Kosten bei mehreren Anträgen
Die amtliche Gebühr sowie die Servicegebühr fallen pro Person und Antrag an. Eine Übersicht der Kosten finden Sie in unserem Kosten-Ratgeber.
Besonderheiten bei Reisen mit Minderjährigen
Kinder benötigen für die Einreise in die USA einen eigenen elektronischen Reisepass. Der frühere Kinderreisepass sowie Einträge im Pass der Eltern werden nicht mehr anerkannt. Da Kinderpässe oft nur kurze Laufzeiten haben, lohnt ein Blick auf das Ablaufdatum: Läuft der Pass während der Gültigkeit des ESTA ab, verfällt die Genehmigung automatisch mit.
Den Antrag für ein Kind stellt ein Elternteil oder eine andere erziehungsberechtigte Person. Im Formular wird dabei angegeben, dass der Antrag von einer dritten Person ausgefüllt wurde. Die Angaben müssen dennoch exakt mit dem Kinderpass übereinstimmen, einschließlich aller Vornamen.
Alleinreisende Kinder und Nachweise zum Sorgerecht
Reist ein Kind nur mit einem Elternteil, mit Großeltern oder im Rahmen einer Schulreise, empfiehlt es sich, zusätzliche Unterlagen mitzuführen. Die US-Grenzbehörden achten verstärkt auf Fälle von Kindesentziehung und fragen bei Bedarf nach.
Bewährt haben sich eine formlose Einverständniserklärung des nicht mitreisenden Elternteils in englischer Sprache mit Kontaktdaten, eine Kopie der Geburtsurkunde sowie bei alleinigem Sorgerecht ein entsprechender Nachweis. Diese Dokumente ersetzen kein ESTA, können die Einreisekontrolle aber erheblich abkürzen.
Anträge für Reisegruppen und Schulklassen
Für größere Gruppen lassen sich mehrere Anträge gebündelt übermitteln und gemeinsam bezahlen. Rechtlich bleibt jeder Antrag eigenständig: Jede Person erhält eine eigene Antragsnummer, und jeder Fall wird einzeln geprüft.
In der Praxis bedeutet das, dass einzelne Genehmigungen später eintreffen können als die übrigen. Planen Sie bei Gruppenreisen daher einen deutlichen zeitlichen Vorlauf von mehreren Wochen ein und führen Sie eine Liste mit allen Antragsnummern, um den Status jedes Teilnehmers gezielt nachverfolgen zu können.
Gruppenantrag oder Einzelanträge?
Das Formular erlaubt es, mehrere Personen in einem Vorgang zu erfassen. Für Familien ist das bequem, weil Sie die Daten nacheinander eingeben und am Ende gesammelt bezahlen. Rechtlich ändert das nichts: Jede Person erhält eine eigene Genehmigung mit eigener Antragsnummer, und jede wird einzeln geprüft. Ein praktischer Nachteil kann entstehen, wenn ein Antrag innerhalb der Gruppe zur manuellen Prüfung ausgesteuert wird – die übrigen sind davon zwar nicht betroffen, die Übersicht leidet aber. Wer es übersichtlich mag, stellt die Anträge nacheinander einzeln und notiert jede Nummer gesondert.
Daten der Kinder sorgfältig übernehmen
Die meisten Fehler bei Familienanträgen entstehen beim Abtippen der Kinderdaten. Kinderreisepässe haben eigene Nummern, abweichende Ausstellungs- und Ablaufdaten und teils eine kürzere Laufzeit als Erwachsenenpässe. Legen Sie deshalb alle Pässe nebeneinander und übertragen Sie die Angaben jeweils direkt vom Dokument – nicht aus dem Gedächtnis und nicht aus einer alten Buchungsbestätigung. Achten Sie besonders auf die Schreibweise von Vornamen, die in Pässen gelegentlich anders erfasst sind als im Alltag, etwa bei zweiten Vornamen oder Bindestrichen.
Unterschiedliche Pässe innerhalb einer Familie
Nicht selten haben Familienmitglieder verschiedene Staatsangehörigkeiten – etwa in binationalen oder Patchwork-Familien. Jede Person wird dann nach den Regeln ihres eigenen Reisedokuments behandelt. Es kann also vorkommen, dass ein Teil der Familie mit einer Reisegenehmigung einreist, während ein anderes Mitglied ein Visum benötigt, weil sein Herkunftsland nicht am Visa Waiver Program teilnimmt. Klären Sie das unbedingt vor der Buchung: Das Visumverfahren braucht deutlich mehr Vorlauf, und eine gemeinsame Reise scheitert sonst an einer einzigen Person.
Wenn ein Familienmitglied keine Genehmigung erhält
Erhält eine Person aus der Gruppe keine Genehmigung, bleiben die übrigen davon unberührt – deren Genehmigungen behalten ihre Gültigkeit. Für die betroffene Person führt der Weg über ein reguläres Visum, was mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Prüfen Sie in diesem Fall zügig die Umbuchungsbedingungen Ihrer Flüge, denn Familientarife sind nicht immer teilbar. Sprechen Sie außerdem mit der Unterkunft über eine Anpassung der Reservierung. Je früher Sie die Situation klären, desto größer ist der Spielraum – kurz vor Reiseantritt sind die Optionen meist deutlich teurer.
Den Überblick behalten
Bei vier oder fünf Anträgen verliert man schnell die Übersicht. Bewährt hat sich eine einfache Liste mit Name, Antragsnummer, Passnummer und Ablaufdatum der Genehmigung – digital gespeichert und zusätzlich ausgedruckt im Reisegepäck. Diese Liste hilft nicht nur bei Rückfragen vor der Abreise, sondern auch bei der nächsten Reise: Weil die Laufzeiten je nach Erteilungsdatum und Passgültigkeit unterschiedlich enden können, läuft die Genehmigung eines Kindes oft früher ab als die der Eltern. Ein Kalendereintrag einige Wochen vor dem ersten Ablaufdatum erspart späteren Zeitdruck.
Gemeinsame Dokumentenkontrolle vor dem Abflug
Nehmen Sie sich einige Tage vor der Abreise zehn Minuten Zeit und legen Sie alle Pässe nebeneinander. Prüfen Sie für jede Person: Ist der Pass noch gültig, liegt eine erteilte Reisegenehmigung vor, und stimmt die darin hinterlegte Passnummer mit dem Dokument überein? Gerade in Familien fällt dabei auf, wenn ein Kinderreisepass zwischenzeitlich erneuert wurde und die zugehörige Genehmigung damit hinfällig ist. Diese kurze Kontrolle ist der wirksamste Schutz vor einer unangenehmen Überraschung am Abflugschalter, wo sich ein solcher Fehler nicht mehr beheben lässt.
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